Alle Fahrzeuge, die an der dynamischen Ausstellung teilnehmen, werden gemäß den Anforderungen des Programms ASI Net-Zero Classic mit einem umweltfreundlichen Biokraftstoff betrieben
Das Ziel des Programms ASI Net-Zero Classic unterscheidet sich von jenem von ASI Green. Während ASI Green darauf abzielt, durch die Schaffung gesellschaftlicher Werte eine nachhaltige Zukunft für das historische Fahrzeugwesen zu entwickeln und zu fördern, verfolgt Net-Zero Classic das Ziel, zu zeigen, dass auch eine Veranstaltung mit historischen Fahrzeugen in Bewegung eine ausgeglichene CO₂-Bilanz erreichen kann.
Dies ist besonders wichtig, da zunehmend Forderungen laut werden, die Nutzung historischer Fahrzeuge einzuschränken. Diese Fahrzeuge verdienen jedoch weiterhin das Recht, bestimmungsgemäß genutzt zu werden, denn sie wurden entwickelt und gebaut, um sich zu bewegen – und um die Freude an der Bewegung zu vermitteln. Eine Netto-Null-Kohlenstoffbilanz bedeutet, ein Gleichgewicht zwischen der Emission und der Aufnahme von klimawirksamen Treibhausgasen zu erreichen, wobei Kohlendioxid (CO₂) das bedeutendste dieser Gase ist. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass der Klimawandel ein anderes Thema ist als die Luftverschmutzung und dass Kohlendioxid an sich kein Schadstoff ist – schließlich kommt es beispielsweise auch in kohlensäurehaltigen Getränken vor –, sondern ein Treibhausgas. Ebenso wichtig ist die Feststellung, dass das Ziel nicht Null Emissionen lautet.








Die korrekte Bewertung der Umweltbelastung muss daher den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs berücksichtigen und darf sich nicht ausschließlich auf dessen Nutzung konzentrieren. Die gesamte Geschichte muss betrachtet werden, nicht nur einzelne ausgewählte Kapitel. Net-Zero Classic soll praktisch demonstrieren, dass das historische Fahrzeug zu den nachhaltigsten Formen des motorisierten Verkehrs gehört, die heute auf den Straßen unterwegs sind. Durch die Verwendung von Benzin aus erneuerbaren Quellen, das aus landwirtschaftlichen Reststoffen und Abfällen der Lebensmittelindustrie gewonnen wird und dessen Kohlenstoff ursprünglich durch Pflanzen mittels Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen wurde, lässt sich nahezu ein vollständiges Gleichgewicht zwischen ausgestoßenem und gebundenem Kohlenstoff erreichen. In der Praxis werden etwa 80 % der Kohlenstoffbilanz kompensiert. Es handelt sich in jeder Hinsicht um herkömmliches Benzin. Analysen von Universitäten und Forschungsinstituten haben gezeigt, dass seine Zusammensetzung nahezu identisch mit der handelsüblicher Kraftstoffe ist. Der einzige Unterschied liegt in der Herkunft der Kohlenstoffatome: Statt aus fossilen Lagerstätten im Erdinneren gewonnen zu werden, stammen sie aus bereits in der Atmosphäre vorhandenem Kohlenstoff und werden erneut genutzt. Dadurch entsteht ein Kreislauf anstelle eines linearen Kohlenstoffzyklus.
Der Kraftstoff verfügt über eine gleichbleibende und kontrollierte Oktanzahl von 98, bietet dank seines höheren Sauerstoffgehalts eine identische oder leicht verbesserte Leistung und enthält kein Ethanol, das insbesondere für ältere Motoren und Kraftstoffsysteme schädlich sein kann. Er erfordert keinerlei technische Änderungen und kann problemlos mit herkömmlichem Benzin gemischt werden. Der Kraftstoff wurde über einen Zeitraum von drei Jahren in mehreren Ländern, darunter Italien, getestet. Die Testphase wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Der ASI hat ihn in mehr als 300 verschiedenen Fahrzeugen eingesetzt – von Modellen aus dem Jahr 1912 bis hin zu modernen Fahrzeugen – ohne technische Probleme festzustellen.
Auf internationaler Ebene wurde dieser erneuerbare Kraftstoff bereits in siegreichen Fahrzeugen bei der Dakar-Rallye eingesetzt, dient als Referenzkraftstoff beim Goodwood Revival, ist im britischen Historic Rally Championship vorgeschrieben und wird von zahlreichen GT-Rennteams verwendet, zuletzt auch auf der Rennstrecke von Mugello. Auch die Formel 1 verwendet inzwischen erneuerbare Kraftstoffe, die auf sehr ähnlichen Prinzipien basieren wie jene, die von ASI übernommen wurden.