
Die Zusammenarbeit zwischen Moto Guzzi und den italienischen Streitkräften begann bereits in den 1920er-Jahren und entwickelte sich später zu einer regelmäßigen Lieferbeziehung sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten. Bestehende Serienmodelle wurden an militärische Anforderungen angepasst, während mehrere Motorräder ausschließlich für das italienische Heer entwickelt wurden, darunter die GT 17, die Alce, die Trialce und die Superalce. Zu Beginn der 1950er-Jahre begann Oberst Ferruccio Garbari, gestützt auf seine Erfahrungen im Technischen Dienst des Militärischen Motorisierungskorps, mit der Entwicklung eines innovativen Transportfahrzeugs für die Alpini-Truppen. Dieses sollte die Einschränkungen von Lasttieren überwinden, zunächst als Unterstützung neben ihnen eingesetzt werden und sie schließlich vollständig ersetzen.
Die Fabrik von Moto Guzzi in Mandello wurde bald in das Projekt einbezogen und erhielt drei zentrale Vorgaben: drei angetriebene Räder, verstellbare Spurweite und eine Nutzlast von mindestens 500 Kilogramm. Es war eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, die einige der besten Ingenieure des Unternehmens zusammenbrachte, darunter Antonio Micucci, den Konstrukteur der Guzzino, sowie sogar Giulio Cesare Carcano, der nach dem vorzeitigen Ende seines Achtzylinder-Rennprojekts auf eine neue technische Aufgabe wartete.
Das Ergebnis war ein V-Zweizylindermotor, der in vielerlei Hinsicht bereits Merkmale vorwegnahm, die später zu einem der charakteristischen Markenzeichen von Moto Guzzi werden sollten. Der Rest des Fahrzeugs war ein technisches Meisterwerk: ein mechanisches Maultier, das Steigungen von über 42 % im zweiten Gang bewältigen konnte, während im ersten Gang die einzige wirkliche Grenze die verfügbare Bodenhaftung war. Schnee und Schlamm stellten kaum ein Hindernis dar, sobald Ketten montiert waren, und selbst schmale Bergpfade, die normalerweise von Maultieren genutzt wurden, konnten dank der verstellbaren hinteren Spurweite befahren werden. War das Fahrzeug ein Erfolg? Nicht vollständig. Das Fahrzeug neigte zu seitlichen Überschlägen, erforderte erhebliche fahrerische Fähigkeiten und war daher nur für erfahrene Bediener geeignet. Zudem waren die Wartung aufwendig und die Betriebskosten hoch.
Die Produktion endete nach nur 200 gebauten Exemplaren. Was jedoch nie verblasste, ist die Wertschätzung und Bewunderung, die dieses Fahrzeug bis heute bei ehemaligen und aktiven Mitgliedern der Alpini hervorruft. Es bleibt eine der Hauptattraktionen ihrer Treffen und Zusammenkünfte.